Innovations-Potentiale
durch konsequente Produkt-Differenzierung

Das Segeln, zunächst auf sehr alten grossen Schiffen, und bald meist einhand, hat Gerhard in seiner Jugend hinsichtlich Gefahren, Umsicht und Verantwortung geprägt. Auch durch alle Arbeiten, die er als Schüler ganz allein bei der alljährlichen Winterüberholung der Yacht der Familie durchführte.

Mit 16 half er im englischen Cowes beim Segel-Unterricht und wurde neben den dort ihre Prototypen-Erprobungsrunden ziehenden Hovercrafts auch von aktuellen Yacht-Neubauten beeindruckt.
Sir Lipton's "Outlaw" und "Drumbeat" waren zwei extreme Auslegungen damaliger RORC Renn-Formeln: Die Rennziege aus nie zuvor in der Grösse gefertigtem formverleimtem Sperrholz. Sie wurde die Favoritin des Eigners. Und die bewusst stark und schwer gebaute Mahagoni-Yacht, die meist nur vor Anker blieb. Sie wurde zum Archetypen von Gerhard's Entwürfen als Schüler. Immer neue Varianten holten schliesslich das Maximum an Nutzbarkeit aus dem äusserlichen Grundkonzept.

Zu etwa gleicher Zeit wurden in der "Yacht" mit dem Zeichner Robert Das Konzepte optimaler Touren-Yachten diskutiert,
von denen Gerhard Details adaptierte und weiter verbesserte.
So entstand ein bis heute unrealisiertes, aber in vieler Hinsicht innovatives Konzept: Die Freiwache wird nicht gestört, wenn navigiert, Segel gewechselt, gekocht, geduscht oder Kleidung gewechselt wird. Aber natürlich können auch im Hafen Alle schlafen.

Später nutzte Gerhard dieses Beispiel in Vorträgen über Zielgruppen-Differenzierung als Beispiel für die Kraft von Leitmotiven: Wenn man ein genaues, vom Mainstream und seinen Paradigmen abweichendes "Benutzungs-Muster" zugrunde legt, entstehen völlig neue Konzepte. Im Falle des Yacht-Designs vor allem für die Aufteilung und Einrichtung unter Deck, die einer völlig eigenen Logik folgt. Später adaptierte er dies Konzept in der Beratung Taiwanischer Hersteller auch für Motor-Yachten.

Ähnlich wie "Benutzungsmuster" bietet auch die später in der Beratung asiatischer Elektronik-Hersteller entstandene Differenzierung der Zielgruppen nach ihren Haltungen zum Leben, die "Matrix der Lebensstile", gute Möglichkeiten, Produkte eigenständig auf die Präferenzen von Zielgruppen auszurichten.
Auch im Yachtmarkt können so neue Formensprachen dem "Geschmack" verschiedener Kreise besser gerecht werden.

Entscheidend an Innovationen ist stets ihre Überzeugungskraft: Viele, die heutige Angebote nicht hinreichend attraktiv finden,
um eine Ersatzbeschaffung zu begründen, werden durch Begeisterung bekehrt. Auch wer mangels wirklich überzeugender Angebote vom Eigentum absieht, kauft plötzlich.

Was die Einen begeistert, muss nicht Allen gefallen. Differenzierung liefert viele Alternativen. Nur die Methodik der Konzeption ist gleich: Ein eigenes Leitmotiv, aus dem sich alle Details ergeben.
Durch so gefundene Innovationen können "reife", hinter ihren Entwicklungspotentialen zurück bleibende, stagnierende Märkte belebt werden. Wer dies tut hat die Möglichkeit, als Marktführer anerkannt zu werden.

So ein reifer Markt ist auch der Yacht-Markt.
Nach Jahrzehnten, in denen Gerhard stets immer andere Probleme gelöst hat, die an ihn heran getragen wurden, steht er heute bereit, auch auf den Gebieten Innovationen zu realisieren, die ihn persönlich interessieren.




Sieben Segler statt Siebenschläfer

Gängige Konzepte
von Serien-Yachten gleichen sich:

"Wichtig" ist die Zahl derer, die an Bord
im Hafen schlafen können.

Was ist aber mit denen, die während der Non-Stop-Fahrt nach Island einander nicht stören wollen?

Zum Vergleich:
Auch der Automobil-Markt wurde durch die Vielfalt der Typologien belebt. Und doch eignen sich alle Autos zum Brötchenholen.

Benutzungsmuster und Life Style Matrix sind zwei starke methodische Konzepte, um Zielgruppen und ihre Präferenzen zum Leitmotiv von Innovationen zu machen.

Technische Innovationen,
wie faltenlose Reff-Technik, können dann zusätzliche Alleinstellungs-Merkmale ergeben.

So entstehen Marken über spezifische Kompetenz.
Auch im Bootsmarkt.

Letztlich ist dies im mehrfachen Sinne
eine Reverenz an
Hans Domizlaff:
Als Markentechniker. Als Fahrten-Segler. Und als Schöpfer des "Wal"-Bootes.