Breite Vorbildung als Grundlage –
Ganzheitliche Optimierung als Prinzip und Routine

Nach ausgiebigen Industriepraktika, namentlich im Formenbau und in der Giessereitechnik, studierte Gerhard Eichweber
ab 1969 an der TU Braunschweig Maschinenbau und nahm parallel während einiger Semester als sog. "Studium Generale" regelmässig auch an Vorlesungen anderer Fachgebiete seines Interesses, namentlich in Biologie und Chemie sowie Architektur teil.

Ebenfalls begann er sich als Studentenvertreter in der Fachschaft Maschinenbau zu engagieren und fiel in verschiedenen Gremien dadurch auf, daß es ihm trotz der ideologisch zerstrittenen Gruppierungen oft gelang, mit pragmatischen Argumentationen Konsens zu generieren und Mehrheitsbeschlüsse im Interesse der Studentenschaft herbei zu führen.

Als Fachschaftsvertreter gründete Gerhard Eichweber, zusammen mit den Kommilitonen Eckart Baum, Hans-Otto Höffler und Manfred Kloster die Initiatve für einen neue Vertiefungsfachrichtung "Design" im Maschinenbau, die durch ihr Curriculum stärker der Tatsache Rechnung tragen sollte, daß die Mehrheit der Diplom-Ingenieure in der Praxis nichts von dem taten, wofür sie ausgebildet wurden und daß sie darauf durch Fächer wie Marketing, Industriedesign, Wahrnehmungs-Psychologie, Projekt-Management besser vorbereitet werden könnten. Insbesondere forderte Gerhard Eichweber eine bessere Vorbereitung auf die Einbindung anderer Fachgebiete in interdiszplinäre Prozesse, wie es mit dem "Wirtschafts-Ingenieur-Studium anderer Hochschulen auch bereits, wenn auch nur sehr begrenzt, angestrebt wurde. Das nach längerer Gremienarbeit erreichte Ergebnis wurde schließlich als eine Unterfachrichtung am Institut für Konstruktionslehre von Prof. Roth angegliedert.

Um an den Gremien-Sitzungen sachkundig für die Abrundung des Fächerangebotes in Richtung auf ganzheitliche interdisziplinäre Prozesse argumentieren zu können, nahm Gerhard Eichweber an extrakurikulären Ausbildungs-Angeboten des Vereins Deutscher Ingenieure (VDI) teil. Insbesondere auf den Gebieten Wertanalyse, Value Engineering, Deckungsbeitragsrechnung, Netzplantechnik etc. Ebenso an Vorlesungen des gerade frisch nach Braunschweig gekommenen Psychologen Heiner Erke über Informations-Ästhetik als Grundlage leicht verständlicher Gestaltung von Mensch-Produkt-Beziehungen und eindeutiger Bediendialoge.

Daneben absolvierte Gerhard Eichweber 1970 ein längeres Praktikum bei der englischen Firma Rolls-Royce, Bristol Engine Division, und kam so neben innovativen Triebwerks-Techiken wie der Senkrechtstarter-Technik auch mit dem auf der anderen Strassenseite in der Prototypen und Erprobungs-Phase befindlichen Concorde in Berührung. Einem Flugzeug-Muster, welches er später im Berufsleben des öfteren nutzen sollte, um rechtzeitig zu spontanen Vorstands-Meetings mit seinen US-Klienten, namentlich mit der Gould Corporation und Bill Ylvisaker zu gelangen.

Corporate Design Meeting bei Gould
Corporate Design Meeting bei Gould Inc. in Rolling Meadows, Ill. mit Dr. Joseph Rowe, Vice Chairman, Technology, Arnold Freed, Vice President Corporate Communication et al.

Ende 1970 wurde Gerhard Eichweber dann von Unternehmensberatern angesprochen, welche Wertanalyse Seminare hielten und Industrie-Projekte betreuten, um freiberuflich mit ihnen zu arbeiten. Als diese dann einen Klienten inmitten eines langsamer als geplant fortschreitenden Projektes "hängen" ließen, sprang Gerhard Eichweber ein und führte das Projekt allein mit den Mitarbeitern des Klienten erfolgreich zu Ende. So begann während des Maschinenbau-Studiums seine freiberufliche Unternehmensberatungspraxis, die er ab 1971 unter der Marke "Value Consult" betrieb und später als Gesellschaft ausweitete.

Das infolge des zunehmenden Erfolges seiner Berufstätigkeit und der dadurch möglich werdenden Eheschliessung (Dez. 1971) mit seiner ersten Frau Dorothea, immer weiter ins Hintertreffen geratende Maschinenbaustudium brach er schliesslich 1973 ab und meldete sich alsbald in Mailand bei der Scuola Politecnica di Design an, um statt dessen in Industrie-Design seinen Abschluss zu machen. Dank der Einnahmen aus der Beratungstätigkeit konnte das Ehepaar sich eine mehrjährige Auszeit ohne Einnahmen leisten. Tatsächlich riefen aber einige Klienten auch während dieser Zeit und wurden bedient.

Nach einem kurzen intensiven Studium der italienischen Sprache, incl. Business Italienisch, an der bekannten Ausländer-Universität von Perugia, studierte Gerhard Eichweber von 1974 - 1976 Industrie Design bei so berümten Professoren wie G. Kanizsa (Wahrnehmungs-Psychologie), B. Munari, A. Rosselli, A. Marcolli, N. DiSalvatore, N. Silvestrini, A. Castiglioni, etc. etc. Ergänzend arbeitete Gerhard Eichweber an der Mailänder Uniklinik für Arbeitsmedizin (Clinica del Lavorro), die von Sc.- P. Design Ergonomie-Prof. Grieco geleitet wurde.

Nach Abschluss des Design Studiums in Mailand nahm Gerhard Eichweber im Oktber 1976 seine Beratungs-Praxis wieder auf, nunmehr unter der Marke Value Consult+Design Studio. Da sich durch einige Empfehlungen bestehender Kontakte schnell neue Projekte auch für die Bereiche Design, Arbeitsplatz-Gestaltung sowie Büro- und Fabrik-Architektur ergaben, rief Gerhard Eichweber als erste Mitarbeiter einige Mailänder Komilitonen zuhilfe, welche teils noch in Europa weilten, bevor sie in ihre Heimatländer zurückkehrten, von wo einige von ihnen bereits als Professoren für Architektur nach Mailand gesandt worden waren, um das dortige einzigartige Gestaltungs-KnowHow an ihre Universitäten zu bringen.

So wuchs Value Consult+Design allein durch Weiterempfehlungen von Kunde zu Kunde schnell zu einem zunehmend auch international gefragten "Geheim-Tipp" heran, der immer dann gefragt war, wenn andere Berater und Designer die anstehenden Fragen nicht lösen konnten. Da hierfür die aus dem Value Engineering unter Einbeziehung qualitativer Aspekte zur Value Design Methode gemauserte und um immer mehr Einzeltechniken bereicherte Methodik den Schlüssel zum Erfolg darstellte, führte Gerhard Eichweber mit seinen neuen Mitarbeitern immer wieder Methodik-Schulungs-Projekte durch, deren weit in die Zukunft reichende Konzepte und Lösungen möglicherweise in naher Zukunft noch ihre Zeit kommen sehen werden.

Ebenso wurde Gerhard Eichweber nicht nur regelmässig weltweit zu Fachvorträgen eingeladen, sondern unterrichtete auch an Hochschulen, insbesondere an der mexikanischen UAM, im Rahmen eines Weiterbildungs-Programmes für Professoren und auch wieder in Braunschweig seine Value Consult+Design Methodik interdisziplinärer Optimierung von Projekten, welche heute auch auf Management-Ebene für die Erarbeitung qualitativer Ziele, Identitäts-Merkmale und Firmen-Kultur eingesetzt wird.




Quantitativ
oder Qualitativ?

Kreativität ist die intelligente Verbindung von Informationen, die bisher in keinerlei Zusamenhang standen, zu etwas sinnvollem Neuen.

Daher hat Kreativität und Innovation als notwendige Bedingung das Vorhandensein aller für die Idee neuartig vereinten Informationen in einem einzigen Kopf.

Mehr Kanal Aufmerksamkeits Disposition ist die normale Voraussetzung hierfür. Die heutige Verteufelung dieser besonderen Fähigkeit zur Konzeption nachhaltiger Artefakte hat schwerwiegende Folgen für Wirtschaft, Gesellschaft und Welt.

Denn nur egozentrische und zugleich schmalspurige Lehrer können diese allzeit lernwillige Aufmerksamkeit auf Alles aus ihrer Perspektive als "Aufmersamkeits- Defizit" abkanzeln und als "Syndrom" stigmatisieren.